DharmaMeditation

Meditation

meditierender-moenchObwohl vermutlich die meisten westliche Menschen, die zum Buddhismus kommen, sich wünschen oder erwarten, Meditationsunterweisungen zu bekommen, spielte S.H. Dorje Chang Buddha III diesen Übungsaspekt für Anfänger herunter. Seine Heiligkeit hat immer wieder gesagt, dass es nutzlos ist irgendeine der sogenannten „Techniken“ zu praktizieren, ohne zuerst die zugrundeliegende Ursache der Ausübung zu verstehen. Zhaxi Zhuoma brauchte eine Weile, um zu verstehen, was ihr Buddha-Meister meinte, als er sagte, „Beim Meditierenlernen, geht es nicht um Techniken.“

So lasst uns mit der Absicht beginnen, Buddhismus zu praktizieren oder Buddhist werden zu wollen. Wir haben Gewicht auf die „Praxis“ von esoterischem Buddhismus gelegt, welche sowohl das Studium der exoterischen (Tripitaka), als auch der geheimen esoterischen Schriften (Tantra) des Buddhas einschließt, sowie die Selbstkultivierung, um erleuchtetet oder vom Kreislauf von Geburt und Tod befreit zu werden. Esoterischer Buddhismus umfasst die geheimeren oder tantrischen Lehren, doch sowohl der esoterische, als auch der exoterische Pfad sind beides authentische Wege, um seinen Geist auszubilden. Kultivierung ist lediglich die Umsetzung dessen im eigenen Alltag und im Umgang mit anderen Lebewesen, was man von den Lehren des Buddhas gelernt hat. Man könnte auch sagen, dass es das Managen des eigenen Karmas ist. Man beseitigt sein negatives Karma nicht, aber man drängt es zurück, indem man nur gutes Karma ansammelt und so anfängt das Glück zu erfahren, dass aus diesem Guten resultiert.

Was bedeutet es, ein Buddha zu werden? Es bedeutet, dass man das eigene Geboren-Werden und Sterben kontrollieren kann. Möchte man geboren werden, dann wird man geboren. Möchte man sterben, so stirbt man, wie man es möchte. Man kontrolliert es selbst. Es kontrolliert einen nicht! Dies ist wahre Freude. Es bedeutet ebenfalls, dass man Glück, übernatürliche Kräfte und die drei Körper und vier Weisheiten eines Buddhas erlangen kann, wodurch man anderen bei deren Entwicklung helfen kann. Nur dann kann man anderen wirklich dabei helfen, befreit zu werden.

Die drei Kayas repräsentieren die drei Körper eines Buddhas – der Dharmakaya ist der gestaltlose Weisheitskörper oder Geist eines Buddhas, während die anderen beiden Körper gesehen werden können. Der Sambhogakaya oder Körper der Glückseligkeit ist der Körper, mit dem ein Buddha in den Buddha-Bereichen erscheint und kann von den meisten nicht gesehen werden, während der Nirmanakaya der Körper ist, den Buddhas annehmen, wenn sie in diese Welt inkarnieren. S.H. Dorje Chang Buddha III ist ein Nirmanakaya-Buddha, so wie es Buddha Shakyamuni war, als er hier vor 2.500 Jahren lebte.

Die vier Weisheiten sind die Große Spiegelnde Weisheit, die Weisheit der Gleichheit in der Natur, die subtil-beobachtende Weisheit und die Weisheit der Erfüllung der Taten.

Dorje Pa Mu hat uns gesagt, dass man mit Buddhismus nicht in einer läppischen oder launischen Weise beginnen darf. Man muss bedenken, dass drei Dinge beim Sterben passieren können:

  1. Wird man erleuchtet, dann kann man freiwillig zurückkehren, wie man es wählt.
  2. Ist man ein gewöhnliches Wesen, dann wird man entsprechend seines eigenen Karmas zurückkehren, entweder als Mensch oder höheres Wesen, als Tier, Hungergeist oder als Höllenwesen. Solange man vom Kreislauf der Reinkarnationen nicht befreit ist, wählt man nicht, wie man zurückkehrt und dies kann sich nicht nur auf das letzte Leben beziehen.
  3. Hat man das Glück, einem echten Vajra-Meister zu folgen und Zuflucht zu ihm zu nehmen, kann dieser Meister einem helfen, eine günstige Wiedergeburt anzunehmen, so dass man seine Kultivierung fortsetzen kann. Der Vajra-Meister könnte ebenfalls in der Lage sein, den eigenen Nahestehenden zu einer günstigen Wiedergeburt zu verhelfen. Die geschah so bei Zhaxi Zhuoma. Ihr Buddha-Meister konnte das Bewusstsein ihrer beiden Eltern und des Bruders ihres Vaters, sowie dessen Frau erhöhen. Keiner von ihnen war Buddhist.

Dorje Pa Mu sagte ebenfalls, dass man die wahre Essenz des Buddha-Dharmas durchdringen und begreifen müssen, um den Kreislauf von Geburt und Tod zu beenden, übernatürliche Kräfte und die Fähigkeit zu erlangen, verschiedene Formen anzunehmen und dass es einem an nichts fehlt! Sie machte deutlich, dass es nur einen Weg gibt, dies zu erreichen: die Zuflucht in die Drei Juwelen oder Vier Juwelen zu nehmen und sich selbst zutiefst zu kultivieren. Dies bezieht sich auf Selbstkultivierung, bei der man seinen Geist trainiert und dadurch seine falschen Gewohnheiten korrigiert. Die Kultivierung, mit der wir uns beschäftigen, muss in Übereinstimmung mit dem Tripitaka (den Schriften) oder den Lehren des Vajrayanas, des Tantras, sein. Das Vajrayana schließt die exoterischen Lehren des Tripitakas mit ein. Der höchste Dharma innerhalb des Buddha-Dharmas ist der des Vajrayanas und der tiefste, größte und hellste Dharma des Vajrayanas ist das tibetische Tantra gewesen. Es wird bald eine besondere Buddha-Dharma-Übertragung von Dorje Chang Buddha geben, die die Welt so zuvor noch nicht gesehen hat. Es wird die Mahamudra der Befreiung (Mahamudra of Liberation) genannt. Es gibt Praktizierende, die ausreichend Glück haben einige dieser Dharmas bereits praktizieren zu können. Die Mahamudra der Befreiung enthält den mächtigsten Dharma zur Erlangung der Befreiung.

Zurück, warum man Buddhismus praktiziert und meditiert. Dies soll nicht besagen, dass Vajrayana oder tantrischer Buddhismus überragend ist oder dass exoterisches Buddhismus als Dharma niedrigen Niveaus angesehen werden sollte. Das ist nicht gemeint. Der Buddha-Dharma ist nicht unterteilt in hoch und niedrig. Alle 84.000 Dharma-Methoden kamen zum Sein als Erwiderung auf die verschiedenen angeborenen Fähigkeiten der Lebewesen. Der Buddha-Dharma hat nur eine Wahrheit, egal wie diese ausgedrückt wird. Exoterischer Buddhismus und Vajrayana-Buddhismus sind nicht zwei getrennte Schulen. Exoterischer Buddhismus ist die Hälfte eines Dharma-Systems. Der erste Teil des Vajrayanas ist die exoterische Schule! Wahrer Vajrayana-Buddhismus schließt die verschiedenen Schulen des exoterischen Buddhismus, wie Zen oder die Reines-Land-Schulen oder die grundlegenden Lehren der Theravada-Schulen in Südostasien ein. Es umfasst auch Mantras, Mudras, Visualisierungen, Mandala-Gaben, die entweder in einer Gruppe oder alleine praktiziert werden, sowie inner- und äußertantrische Initiationen. Es umfasst die Grundlage der Kultivierung des Dharmakayas des exoterischen Buddhismus, ebenso wie die fortgeschrittenere Kultivierung des Samboghakayas und Nirmanakayas. Im Vajrayana-Buddhismus ist man bestrebt und dazu fähig, alle drei Kayas (Körper) in einem Leben zu verwirklichen, wenn man in der Lage ist, authentische innertantrische Initiationen zu bekommen. Doch selbst wenn es so wäre, sollte man daran denken, dass der Zustand der Verwirklichung trotzdem viel niedriger wäre, als der vollkommene Zustand von Buddha Shakyamuni. Die eigene Kultivierung ist vergeblich, wenn das Hören des Dharmas das Denken oder Handeln nicht fördert oder es dem Herzen nicht zugute kommt. Kultivierung ist nicht nur meditieren, visualisieren, Mantras rezitieren, Kommentare lesen oder Sutras studieren. Es ist auch nicht einfach nur sitzen und Diskurse und Lehrreden von heiligen Wesen hören, obwohl es sehr wichtig ist, all diese Dinge zu tun. Es ist ein tiefergehendes Konzept und umfasst mehr als diese Dinge. Es schließt die kleinsten Details der eigenen Handlungen, der eigenen Rede und der eigenen Gedanken ein, ebenso wie man anderen Lebewesen hilft. Gier, Zorn (Hass) und Unwissenheit sind die drei großen Hindernisse der Kultivierung. Der wichtigste Aspekt der Kultivierung ist, seine drei Karmas (Handlungen, Rede und Gedanken) in Übereinstimmung mit den Lehren seines Meisters und der Buddhas zu haben. Hat man erst einmal eine Initiation erhalten, muss man absolut in der Lage sein, seinen Meister als Buddhas zu sehen und ihn so zu behandeln, um jedweden Nutzen, aus welcher Kultivierung auch immer, zu erlangen.

Dies ist nun ein wenig zum Hintergrund, was die Praxis des Buddhismus mit sich bringt. Man übt Dharma und kultiviert sich selbst, um vom Kreislauf der Wiedergeburten und vom Leiden befreit zu werden. Man praktiziert, so dass man ein Buddha oder wenigstens ein Bodhisattva werden kann. Ein Bodhisattva ist jemand, der erleuchtet, aber noch nicht so vollkommen wie ein Buddha ist, obwohl es Bodhisattvas gibt, wie Kuan Yin, die eigentlich Buddhas sind, aber zurück in diese Welt gekommen sind, um Lebewesen zu helfen. Es gibt verschiedene Formen der Meditation, die man ausüben kann und sehr viele Dharmas, die der Buddha gelehrt hat, denen man folgen kann.

Seine Heiligkeit Dorje Chang Buddha III erklärte, dass Meditation nicht als Konzentration per se gelehrt werden sollte. „Diese Art der Praxis ist bloß ,Totes-Holz-Meditation‘, bei der man lediglich wie ein Stück totes Holz wird. Bei der echten Meditationspraxis geht es um das Aufrechthalten von Standhaftigkeit und Unerschütterlichkeit im Alltagsleben. Es ist das Nicht-Anhaften weder an Freude, noch an Leid oder an irgendeinem anderen emotionalen Zustand, die wir mit den ,Acht Winden‘ vergleichen, die uns an den Kreislauf der Wiedergeburt gebunden halten. Das ist wahre Meditation.“ Die acht Winde sind Lob und Tadel, Gewinn und Verlust, Freude und Trauer, sowie Ruhm und Schande.

Der Buddha-Meister sagte ebenfalls, dass Meditation als eigene „Arbeit“ betrachtet werden sollte. Diese Unterweisung hat viele Bedeutungsebenen doch das beste Verständnis wird durch ein Sutra ermöglicht, das von Seiner Heiligkeit geschrieben wurde, als er gerade zwanzig Jahre alt war. Man kann eine vorläufige Übersetzung dieses Sutras in den verschiedenen Xuanfa Dharmazentren hören. In dem Sutra „A Monk Expounds the Truth to a Layperson“ erklärt der heilige Mönch, dass „während alle guten und schlechten Zustände kommen, sie (die Bodhisattvas) durchdringende Ehrerbietigkeit praktizieren. Indem man in dieser Weise handelt, sind die eigenen Handlungen die Tätigkeit der eigenen Natur und die eigene Natur ist die Essenz der eigenen Handlungen. Essenz und Tätigkeit sind ursprünglich nicht verschieden. Deshalb sind die eigenen Handlungen die eigene Natur und die eigene Natur, die eigenen Handlungen.“ So sollten man sich bemühen zu meditieren. Man ist respektvoll, was auch immer den Weg lang kommt und folgt dem Pfad, sich selbst in einer natürlichen und mühelosen Weise zu kultivieren. Man sollten in seinen weltlichen Angelegenheiten nach der Erleuchtung streben.

Des Weiteren sagt der erleuchtete Mönch zum Laien, dass „es bei der Konzentration eines Tathagatas kein Austreten aus oder Eintreten in die Konzentration gibt. Nicht-Konzentration ist ebenfalls Konzentration. Konzentration ist ebenfalls Nicht-Konzentration. Das ist mit Konzentration gemeint. Eigentlich gibt es keine Konzentration, da es keinen Augenblick gibt, in dem man nicht in Konzentration ist. Ob man läuft, steht, sitzt, liegt oder Angelegenheiten erledigt, man ist immer im Zustand der Konzentration.“ Dies ist mit wahrer Meditation gemeint. Die Methoden sind nur dazu bestimmt, einen an diesen Punkt zu bringen.

In der selben Abhandlung sagt der Mönch: „Wenn du in diese große Konzentration eines Tathagatas eintreten möchtest, dann gibt es keinen anderen Weg als den Folgenden. Besinne dich zuerst auf deine Tugenden, um zu sehen, ob sie in Übereinstimmung mit den zum Verhalten eines Bodhisattvas gehörenden Tugenden sind. Zweitens übst du dich sorgfältig in Konzentration.“ Es ist nicht so, dass man nicht Meditation praktiziert, sondern, dass man sich selbst in jeglicher Praxis der Konzentration kultivieren muss, um den Kreislauf von Geburt und Tod effektiv beenden zu können und auf dieses Ende hin richtet man sein Bestreben aus. Man meditiert nicht, um sich glückselig zu fühlen oder um sich vom Stress zu befreien oder um besser zu werden in was auch immer man tut, obwohl dies wundervolle Begleiterscheinungen sein können. Man meditiert, um den Kreislauf von Wiedergeburt und Tod zu beenden und um frei von Leiden zu sein. Man meditiert, um ein Buddha zu werden und um sein Verlangen und seine Unzufriedenheit zu beenden.

Der von S.H. Dorje Chang Buddha III übertragene Dharma der Kultivierung beinhaltet die acht grundlegenden rechten Ansichten, bezüglich des Lernens des Buddhismus und der Kultivierung. Meditation ist die Siebte. Seine Heiligkeit sagte ebenfalls, dass diese Ansichten in der rechten Reihenfolge befolgt werden müssen und dass sie nicht ungeordnet sein dürfen. Die Erste ist einen Geist der Unbeständigkeit zu haben, der die Ursache für Kultivierung bildet. Die Zweite ist einen Geist mit festem Glauben an die Leiden von Samsara zu haben und resultiert in Standhaftigkeit, die sich nicht ändert. Die Dritte ist dann ein Geist, der entschlossen ist den Kreislauf von Geburt und Tod zu verlassen oder einen Geist der Entsagung zu haben, der die Ursache für Befreiung ist. Als nächstes die Vierte, die ein Geist mit echten Gelübden ist und diese Gelübde sind die Ursache für positive Handlungen. Man tut Dinge, weil man gelobt hat sie zu tun. Die Fünfte ist ein Geist der Gewissenhaftigkeit und bildet die Ursache für anhaltenden Fortschritt. Die Sechste rechte Sichtweise sind die Tugendregeln und das Einhalten der Tugendregeln liefert die korrekte Richtung der Kultivierung. Nur wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, ist man bereit oder fähig wahre Meditation ode Kontemplation zu praktizieren. Die Ergebnisse aus Dhyana und Samadhi sind die Ursache für Weisheit. Kultivierung zieht die Umwandlung von Bewusstsein zu Weisheit nach sich. Weisheit an sich kann nicht gelehrt werden. Es ist ein Nebenprodukt von Kultivierung und Meditation. Und letztendlich ist man fähig echtes Bodhichitta zu manifestieren, welches die Ursache dazu ist, ein Bodhisattva zu werden. Man geht in dieser Reihenfolge durch die eigene Kultivierung, aber natürlich muss man ständig Bodhichitta in die Tat umsetzen, da es die Grundlage ist, ein Bodhisattva zu werden.

Es gibt vier Kontemplationen, die, wenn man sie im eigenen Leben betrachtet und dieses als Objekt der Kontemplation verwendet, auf natürliche Weise den Geist dazu bringen, von gewöhnlichen zu heiligen Belangen zu wechseln. Zwei sind die ersten beiden, oben aufgeführten Ansichten: Herausbilden eines Geistes der Unbeständigkeit und eines Geistes mit festem Glauben an die unbefriedigende Natur von Samsara. Die anderen zwei sind Vorbedingungen für Kultivierung – Verständnis, das wir benötigen, um überhaupt diesen Weg beginnen zu können. Sie gehören mehr zur asiatischen Kultur, als zur westlichen. Das Erste ist ein Verständnis von der wertvollen Natur und Gelegenheit, die wir mit dieser seltenen Geburt als menschliches Wesen in dieser Zeit und an diesem Ort haben und das Zweite ist das Verständnis von Karma oder den Gesetzen von Ursache und Wirkung. Beide verlangen den Glauben an Wiedergeburt und der Existenz von anderen niederen (Höllen, Geister, Tiere) und höheren (Menschen, Asuras, Himmel) Existenzbereichen.

Die Mahamudra der Befreiung enthält die 128 Bösen und Falschen Ansichten, die uns davon abhalten, befreit zu werden. Mehrere beziehen sich auf Meditation. Die erste falsche Ansicht betrifft den Irrtum, am Anfang durch die eigene Meditation Bodhichitta, die vier grenzenlosen Geisteszustände oder die zehn Tugenden praktizieren zu wollen. Dies ist falsche Praxis, sagt uns Seine Heiligkeit Dorje Chang Buddha III. „Meditationspraxis schließt die Erkenntnis des Konzepts der Leerheit, die Erkenntnis, dass Erscheinungen frei von Merkmalen oder Eigenschaften sind, die Erkenntnis der Nicht-Anhaftung, das Abschneiden von verblendeten Gedanken und die Rückkehr zum eigenen ursprünglichen Geist ein. Ihr mangelt es an echter Praxis von Mitgefühl. Deshalb kann kein Verdienst erzeugt werden. Wie kann jemand wohl so Bodhichitta praktizieren? Deswegen sollten Praktizierende, die am Anfang stehen sich nicht auf Meditation oder Kontemplation stützen, wenn sie die vier grenzenlosen Geisteszustände oder Bodhichitta praktizieren wollen. Sie sollten sich auf die Praxis stützen, Konzepte in die Tat umzusetzen. Sie sollten ihre fixen Konzepte in wirkliche Taten umsetzen. Sie sollten ihren Geist sammeln und diesen gesammelten Geist in Handlung umwandeln. Sie müssen ihre Konzepte in die Tat umsetzen, die Aufgabe, Lebewesen zu fördern, ausführen und die Dharma-Anliegen verwirklichen, die sie kontemplieren. Sie sollten das in einer konkreten Art und Weise tun, durch jedes Wort, das sie äußern und jede Handlung, die sie ausführen. Das ist mit ‘Konzepte in die Tat’ umsetzen gemeint. Nur wenn jemand in der Umsetzung von Konzepten in Taten erfahren ist, kann man sich der Meditationspraxis zuwenden, um den Zustand der Nicht-Anhaftung an irgendetwas zu kultivieren. Durch Meditation wird man in die Praxis der Konzentration eintreten. Von da aus kann man zutiefst in die Realität eindringen, dass Leerheit und Existenz nicht verschieden sind und kann letztendlich den Zustand der Anwendung von Gewohnheiten verwirklichen, die der Buddha-Natur entspringen.“

In der zweiten falschen Ansicht warnt uns der Buddha-Meister, dass wir Sitzmeditation nicht als Kultivierung unserer Selbst betrachten dürfen. Sitzmeditation ist nur Sitzmeditation, es ist nicht Kultivierung. „Sitzmeditation dient zur unmittelbaren Erfahrung dessen, was die eigene ursprüngliche Natur ist. Durch direkte Betrachtung kommt man zum Verständnis des eigenen Geistes und sieht die eigene ursprüngliche Natur. Allerdings kann dieses Ziel nicht immer erreicht werden. Einige wenden die Sitzmeditation mit dem Ziel an, die absolute Wahrheit der Dharma-Prinzipien unmittelbar zu erleben, sind dazu jedoch nicht fähig. Sich selbst zu kultivieren ist eine vollkommen andere Angelegenheit. Sitzmeditation macht weniger als ein Zehntel der Kultivierung aus. Meditation ist nur eine der sechs Paramitas (Vollkommenheiten), die nichts mit den anderen fünf zu tun hat. In der Selbstkultivierung muss man sich Lebewesen im echten Leben zuwenden, seinem eigenen Geist und sich so verhalten, wie der Buddha es getan hat.“

Es gibt eine weitere falsche Ansicht, an der im Buddhismus in Bezug auf Meditation festgehalten wird und das ist die Ansicht, dass nur Praktizierende der Zen-Schule ihren Geist verstehen und ihre ursprüngliche Natur sehen können. Seine Heiligkeit Dorje Chang Buddha III sagte, „Viele Menschen denken, dass nur Praktizierende der Zen-Schule ihren Geist verstehen und ihre ursprüngliche Natur sehen können. Sie denken es gibt keinen anderen Weg dies zu erreichen. Dies ist nicht richtig. Praktizierende jeder Schule können ihren Geist verstehen und ihre ursprüngliche Natur sehen. Wenn man die erforderliche Stufe der Verwirklichung durch das eigene Praktizieren erreicht, wird man seinen Geist verstehen und seine ursprüngliche Natur sehen. Echte Befreiung wird nur durch das Erreichen dieser Stufe der Verwirklichung erlangt.“

Man muss daran denken, dass bloßes Ruhigstellen des Geistes nicht das Endziel ist, obwohl es ein notwendiger Schritt sein mag. Außerdem sollte man bedenken, dass man nicht fähig sein wird seinen Geist zu konzentrieren oder zu beruhigen, solange man seine Ausübung der Tugendhaftigkeit und das Einhalten der Tugendregeln nicht vervollkommnet hat. Man kann sich mit einem schlechten Gewissen nicht konzentrieren. Das Ziel ist es ein Buddha zu werden und die Kräfte und Weisheit eines Buddhas zu erlangen, um anderen helfen zu können, sich selbst von den Leiden des gewöhnlichen Daseins zu befreien. Man darf sich nicht mit etwas Anderem zufrieden geben!

Die folgenden Quellen werden jenen, mit dem oben genannten Vorbehalt, angeboten, die sich am Anfang des Weges befinden. Da die Suttas (Sutras) von Buddha Shakyamuni als vorläufige Methoden gelehrt wurden, sind sie heiliger Buddha-Dharma und können sehr nützlich beim Ausbilden des Geistes sein. Die chinesischen und tibetischen Quellen sind als Orientierungshilfe eingefügt, bieten aber nicht immer definitive Anweisungen.

Anapanasati Sutta(Achtsamkeit des Atmens): Pali-Kanon, Theravada-Meditationsmethoden

Parileyyaka Sutta: Verbesserung der Meditation durch tiefes Verständnis der fünf Ansammlungen (Skandhas)

Shurangama Sutra: Die Geschichte von Ananda und Mantangis Tochter. Ananda bereut und bittet um die Erklärung von Shamatha, Samapatti und Dhyana. Der Buddha fragt fünfundzwanzig Große Bodhisattvas und Große Arhats, wie sie die Erleuchtung erlangt haben.

Silavant Sutta: Wie ein Meditierender die fünf Ansammlungen (Skandhas) kontempliert

Mahasatipatthana Sutta:Der größere Diskurs über die vier Grundlagen der Achtsamkeit; es ist das grundlegende Sutra über Meditation aus der Hinayana-Perspektive. Der Buddha lieferte dieses Sutra bei einer Versammlung von mehr als 300 Bhiksus (Mönche) in Kammassadhamma, der Hauptstadt von Kuru. Der Buddha erklärt in diesem Sutra, wie man Frieden in Körper und Geist erlangt, alle Sorgen und alles Wehklagen überwindet, Leiden und Betrübnis zerstört und die höchste Stufe des Verständnisses und der gänzlichen Befreiung erlangt.

Weiblicher Dharmakönig Dorje Amang Nopu Pamu, Der Dharma der Konzentration, Essentielle Kontemplation und Visualisierung für die Erleuchtung (nur auf Chinesisch verfügbar)

Dharmakönig Dudjom Rinpoche (1904-1987), The Illumination of Primordial Wisdom: An Instruction Manual on the Utterly Pure Stage of Perfection of the Powerful and Ferocious Dorje Drolo, Subduer of Demons. Shamatha und Vipashyana aus der Dzogchen-Perspektive.

Dharmakönig Tsongkhapa (1357-1419), Lam Rim Chen Mo (The Great Treatise on the Stages of the Path to Enlightenment), Volume 3: Classic commentary on Lamp for the Path to Enlightenment.

Lam Rim von Dharmakönig Atisha (Dipankara Shrijnana, 982-1054). Enthält tibetische Meditationsanweisungen zur Verwirklichung von Shamatha und Vipashyana.